Hauptfanclub Dieter Dornig "Casablanca"
  Biographie
 

Biographie Dieter Dornig


Um das Schlager-Phänomen Dieter Dornig besser zu verstehen, müssen wir eine Reise in die deutsche TV-Geschichte unternehmen.
Wir gehen 35 Jahre zurück, im DDR-Fernsehen läuft Klock Acht – Achtern Strom – Die Hafenbar. Dieser Klassiker des Ost-TV muss sich vor der Konkurrenz im Westen nicht verstecken. Er erreicht Einschaltquoten von über 70% und das Ostseestudio, aus dem die Sendung ausgestrahlt wird, kann es technisch durchaus mit den Sendestationen der BRD aufnehmen.
1978 geht die Hafenbar ins zwölfte Sendejahr, und wieder einmal bekommt ein hoffnungsvoller Nachwuchskünstler die Chance, sich vor einem Riesenpublikum zu bewähren. Der Name des Newcomers ist Dieter Dornig und er hat zwei Titel im Gepäck: „Schöne Mädchen sind mein Fall“ und das wehmütige „Mutter ich hab dir so lang nicht geschrieben“. Vor allem mit dem zweiten Titel singt er sich direkt in die Herzen der Zuschauer. Dieter hat die Feuertaufe auf großer Showbühne mit Bravour bestanden.

Dabei stammt der in Zittau geborene Sänger ursprünglich nicht aus dem Schlagerfach. Als die Hafenbar damals über die Bildschirme flimmert, befindet er sich mitten im Studium. Er will Lehrer werden, arbeitet aber parallel mit großem Einsatz an seiner Ausbildung zum klassischen Sänger. Auch hier kann er bald Erfolge vorweisen, ist in Rundfunk und TV mit Musicalsongs und Opernarien zu hören. Doch er spürt, dass er sich eher in der populären Musik zuhause fühlt.

„Mutter ich hab dir so lang nicht geschrieben“ wird ein Nummer-Eins-Hit und Dieter Dornig bald zum Stammgast in der Hafenbar, für die er zwei Songs pro Jahr aufzeichnet. Man sieht ihn in zahlreichen anderen Sendungen, er wagt einen Ausflug ins Filmfach und bekommt darüber hinaus seine eigene, fünfstündige Radiosendung: Als Moderator führt er regelmäßig durch die Radio Ballnacht mit Dieter Dornig.
Den Lehrerberuf hat er aufgegeben, eigentlich könnte der Sänger sich langsam zurücklehnen und seine Sonderstellung als Star der Unterhaltungsbranche genießen. Doch Dieter Dornig trifft einen weitreichenden Entschluss.

Ihm ist klar geworden, dass die Sehnsucht nach Freiheit, die in vielen seiner seemännischen Titel thematisiert wird, im wirklichen Leben nicht gestillt ist.
Natürlich erlaubt man ihm ausgedehnte Tourneen ins sozialistische Ausland, aber schon Jugoslawien ist für einen Staatsbürger der DDR unerreichbar – schließlich besteht Fluchtgefahr! Diese Restriktionen will sich der Künstler nicht mehr gefallen lassen und so beschließt er, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die DDR für immer zu verlassen.

Es ist 1988, in Ostdeutschland gibt es damals kein allgemeines Ausreiserecht, doch Dieter Dornig sieht trotzdem eine Chance. Er beantragt die Genehmigung, seine Mutter im Westen zu besuchen, gibt vor, die in München lebende Dame habe große gesundheitliche Probleme. Um seine Frau ebenfalls aus dem Land zu schleusen, erfindet er für sie eine imaginäre West-Verwandte. Auch dieser Coup geht auf, weil im Behörden-Wirrwarr untergeht, dass die Anträge miteinander in Zusammenhang stehen.
Tatsächlich reist das Ehepaar Dornig unbehelligt nach München und nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten weiß, dass keine Rückkehr geplant ist.

Nach der glücklichen Flucht steht Dieter Dornig vor einem kompletten Neuanfang als Sänger und vor allem in Sachen Familienzusammenführung gibt es noch große Sorgen - Dieters Sohn hält sich noch bei den Großeltern im Osten auf.

Es ist kein Geringerer als Dieter Thomas Heck, der dafür sorgt, dass die ganze Geschichte menschlich und musikalisch ein sensationelles Ende findet. Heck organisiert nicht nur einen Auftritt in seiner Quizsendung Die Pyramide, er mobilisiert Politik und Presse und macht auf den Fall aufmerksam. Die Story von Dieters Sohn dominiert eine Ausgabe der Bild am Sonntag und zeigt Wirkung bei den Verantwortlichen in der DDR. Bald können alle aufatmen - der Sohn ist in Sicherheit, auch er darf ausreisen.

Ein Neuankömmling hat es nicht leicht in der etablierten westdeutschen Schlagerlandschaft, aber Dieters Repertoire an Liedern mit seemännischen Themen findet auch in der neuen Heimat großen Anklang. Gerade in Norddeutschland macht es sich mit Titeln wie „Heyo, wir fahren hinaus aufs Meer“ einen Namen. Man sieht ihn auf TV München und RTL, Ramona Leiß widmet ihm ein MDRSpecial. Auch als Moderator ist er wieder zu hören. Der Neu-Münchner führt bei verschiedenen Stadtsendern durchs Programm – er ist zurück im alten Metier!

Über die Jahre entstehen neue Songs im bewährten Stil, bis aus einer Experimentierlaune heraus der neue Dieter-Dornig-Sound entsteht. Sein Produzent ermutigt ihn, den Hit „Tausend Sterne“ einmal im Fox-Rhythmus zu präsentieren und das Ergebnis überzeugt sofort.
Ist auch der Themenbereich geblieben – das Meer, schöne Inseln, fremde Länder und reizende Frauen – jetzt ruft Dieter seine Fans immer häufiger auf die Tanzfläche. Ein Wandel, den der Künstler sympathisch und souverän meistert. Mit „Tausend Sterne“ schafft er es in die Schlager-Charts, der Song gibt die Richtung für die Folgetitel „Spur der Liebe“ oder „Casablanca“ vor.

 

Auch die aktuelle Single „Santa Monica“ nimmt den Hörer mit auf eine Traumreise an weiße, weite Strände. Erstmals hat Dieter Dornig ein Video zu einem seiner Songs produziert, und das Projekt für ein Album hat er auch schon im Kopf.
Wenn man Dieter bei „Santa Monica“ durchs Bild tanzen sieht, erkennt man einen glücklichen Mann. Einen, der das Leben und die Musik liebt. Einen, der immer gerne an neuen Häfen anlegt.
Dabei genießt er die Gewissheit, dass ihm niemand vorschreibt, wann die nächste Reise beginnt und wohin sie ihn führen wird.

Bio 2013 - Global Music

 



 
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